Newsletter Mai 2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Pfingst-Newsletter kommt recht gewichtig daher, was auch einen konkreten Anlass hat. Die geplante Gesundheitsreform soll mal wieder zu Lasten der Patienten und auf Kosten ganzheitlicher Therapien gehen und - nicht zu vergessen - natürlich eine Breitseite gegen die Homöopathie enthalten.

Das Paradoxon darin ist, dass die Begründung der Kostenersparnisse mit
dem „Evidenz-basiert-Argument“ geführt wird. Gerade dem Aspekt, den homöopathische Behandlungen über mehrere Metaanalysen unter strengsten Kriterien klinisch nachweisen und erfüllen. Mehr als die Hälfte bis Zwei Drittel der Behandelten profitieren demnach von Homöopathie und neueste Reviews attestieren durchweg hohe Evidenzgrade für die individualisierende Homöopathie (iHom).

Wer von außen schaut fragt sich „Was ist da los?“ mit der Homöopathie.
Es tauchen berechtigte Zweifel auf, ob die politischen Entscheidungsträger faktisch richtig und gut informiert sind, was zugegeben bei der Fülle an medialem Unsinn und Kampagnen vielleicht auch nicht leicht ist. Auf Bundesebene sorgen wir als Stiftung nochmals dafür und stellen unsere Politikunterlagen frei zur Verfügung um die Argumente auf die wesentlichen Aspekte für alle zu schärfen.

Aus diesem Grunde ist es uns auch ein Anliegen alles etwas umfassender
in den Fokus zu nehmen, was Diskussionen zu Wissenschaft, Wissenschaftlichkeit, Ethik und Menschbild auf ein solides Fundament
stellt - damit für alle Beteiligten mehr Mut entsteht qualitativ hochwertige Dialoge zu führen.

Zusätzlich füllt sich der Newsletter mit wertvollen Informationen zur Praxis und zu Grundlagen über potenzierte Arzneimittel. Es gibt diesmal viel zu entdecken und wir wünschen allen Leserinnen und Lesern am langen Wochenende viel Freude damit. Darüber hinaus freuen wir uns über Feedback, damit wir uns weiter verbessern können.

Herzliche Grüße

Tjado Galic | Vorstand

Homöopathie | News

Was ist da los? 

Die Fachbeiräte der Constantin Hering Stiftung - Prof. Dr. Anna Reichlmayr-Lais und Dr. med. Thomas Quak - unterstützen nachdrücklich die Zielsetzung und die Arbeit der Stiftung: die Homöopathie als ganzheitliches Heilsystem in der Medizin sichtbar zu machen und sie in Praxis und Forschung konsequent weiterzuentwickeln.

Homöopathie - Fakten, Datenlage und gesundheitspolitische Handlungsoptionen

Es gibt genügend Gründe und Anlass, das durch Fehlinformationen verzerrte Bild der Homöopathie zu korrigieren. Es gilt das Potential und die Bedeutung der Homöopathie für die Gesundheitsversorgung grundlegend zu überdenken. 
Das Politik Papier der Constantin Hering Stiftung für homöopathische Medizin wurde eigens dazu entworfen. 

Prämissen & Selbstverständnis | Das
Simile-Prinzip

Das Simile-Prinzip wurde für die Arzneitherapie erstmals 1796 von Samuel Hahnemann als Fundament der Homöopathie formuliert. Allgemein beschreibt das Prinzip ein reiz-regulatives Konzept auf der Basis der Ähnlichkeit zwischen Störung und therapeutischen Reizen. Für die homöopathische Arzneiwahl orientieren sich die diagnostischen Kriterien an empirisch ermittelten (patho-)physiologischen Reaktionen auf verwendete Arzneimittel. Diese sollen mit den Symptomen des Einzelfalles möglichst passgenau übereinstimmen, um eine kurative Reaktion oder auch palliative Wirkung in fortgeschrittenen Krankheitsfällen zu erzielen.  

Obwohl das Verfahren empirisch über 225 Jahre belegt ist, erscheint das Prinzip aus traditionell naturwissenschaftlicher Sicht wenig plausibel und wird von Beginn an kontrovers und ablehnend diskutiert. Wesentlich ist, dass es sich um ein systematisches Arzneiverschreibungskonzept handelt, das als minimaler Algorithmus gezielte therapeutische Effekte erzeugt. Ein weiterer Vorteil liegt in der interdisziplinären Anwendbarkeit.

Aus epistemologischer Sicht finden sich für das Simile-Prinzip neben Alltags-erfahrungen auch in der konventionellen Medizin zahlreiche Anwendungs-beispiele, welche die Wirksamkeit des Denkansatzes unmittelbar oder indirekt als Nebenerscheinung bestätigen. 

  • Alltagsbeobachtungen (z. B. kalte Hände mit Schnee reiben),
  • Leitlinien für Wärmeanwendung bei Verbrennungen,
  • Hydrotherapie und gleichsinnigen Reiztherapien,
  • Darmsanierungen,
  • Eigenblutbehandlungen und Gleichstromtherapie,
  • Röntgen-Reizbestrahlungen bei chronischen Schmerzen,
  • Ischämischer Prä- und Postkonditionierung in der Kardiologie,
  • Immuntherapien wie BCG-Implementierung, Impfungen, Autovakzinen, Interferon-Fiebertherapie und Desensibilisierung,
  • Empathie basierte, humanistische Psychotherapien (z. B. Containing).

Diesen Verfahren gemeinsam ist, dass sie gegenregulative Reaktionen auf gezielte Reize als therapeutische Ansätze der Umstimmungsreaktion nutzen. Das Ähnlichkeitskonzept findet in sich den unterschiedlichen Anwendungen als Grundkonzept wieder. In der Psychotherapie ist Containing eine direkte kommunikative Umsetzung dieses Prinzips. 

Konventionelle Pharmaka zeigen häufig Rebound- oder paradoxe Arzneireaktionen, bei denen nach Absetzen eines Medikaments verstärkt die ursprünglichen Symptome zurückkehren oder sich verschlimmern. Diese Rebound-Effekte liefern aus epistemologischer Sicht ebenfalls Hinweise auf das universelle Wirken des Ähnlichkeitsprinzips, wenn auch unbeabsichtigt und konzeptionell nicht weiter erforscht. 

In diesem Kapitel der Website werden die einzelnen Aspekte des Simile-Prinzips systematisch aufgearbeitet und referenziert diskutiert.

Wissenschaft | Der Wissenschaftsbegriff

Wissenschaft ist die systematische Erforschung klar umrissener Gegen-standsbereiche mit geeigneten Methoden, deren Erkenntnisse logisch nachvollziehbar und überprüfbar sind. 

Neben Formal-, Real- und Handlungswissenschaften spielt der human-wissenschaftliche Ansatz eine zentrale Rolle, insbesondere in der Medizin. 

Das humanwissenschaftliche Verständnis befasst sich interdisziplinär mit dem Menschen als komplexem Forschungsobjekt und erfordert die Verbindung naturwissenschaftlicher, geisteswissenschaftlicher und handlungswissen-schaftlicher Perspektiven, um die Lebenswelt des Menschen umfassend zu erfassen und zu verstehen. Die Philosophie als Ursprung der Wissenschaften und Erkenntnistheorie unterstützt diesen integrativen Zugang. Wissenschaft muss wertfrei und unabhängig bleiben, gleichzeitig jedoch die vielfältigen sozialen, ethischen und biologischen Dimensionen menschlicher Gesundheit berücksichtigen. 

Wissenschaftspluralismus und methodologische Transparenz sind ent-scheidend, um die Vorläufigkeit empirischer Erkenntnisse kritisch zu reflektieren, die mittels Verifikation, Falsifikation und intersubjektiver Nachvollziehbarkeit gewonnen werden. Paradigmenwechsel zeigen die dynamische Entwicklung wissenschaftlicher Denkweisen. Insgesamt ist die Erweiterung um einen humanwissenschaftlichen, interdisziplinären Ansatz in der Medizin unverzichtbar, um komplexe Gesundheitsfragen ganzheitlich zu bearbeiten (s. a. Medizin und Wissenschaft).

Wissenschaft | Wissenschaftlichkeit

Wissenschaftlichkeit beschreibt eine Systematik, die sich an allgemeinen wissenschaftlichen Prinzipien orientiert und vier Kernaspekte umfasst: 

  1. wissenschaftliche Arbeitsweise, 
  2. präzises Formulieren von Aussagen, 
  3. eine offene und redliche wissenschaftliche Haltung sowie 
  4. einen konstruktiven Umgang mit Grundannahmen und Kritik. 

Wissenschaftliches Arbeiten erfordert Transparenz, systematische Datenauswertung, Verifikation/Falsifikation, Berücksichtigung von Bias sowie kontinuierliche Fehlerkorrektur. 

Wissenschaftliche Aussagen sollen klar verständlich, widerspruchsfrei und prüfbar sein und mit fundierten, datenbasierten Argumenten belegt werden. 

Die wissenschaftliche Haltung zeichnet sich durch Kritikoffenheit, Vorläufigkeit der Erkenntnisse, Redlichkeit und Review-Prüfungen aus. Kritik wird stets konstruktiv analysiert, vorläufige Annahmen werden fair behandelt und weder dogmatisch abgelehnt noch vorschnell akzeptiert.

Glaubwürdige Quellen sollen anhand von Autorität, Relevanz, Nachprüfbarkeit und aktueller Methodik beurteilt werden. 

Die Quellenkritik erfolgt formal (Entstehung, Urheberschaft) und inhaltlich (Plausibilität, Absichten) und mündet in eine offene Bewertung der Aussagekraft. Historische und aktuelle Quellen unterliegen spezifischen Selektionskriterien, die Kontext, Genauigkeit und Dokumentation sicherstellen. Dies gilt insbesondere für historische Quellen, die für ihre Auswertbarkeit auf der Basis ihrer Epoche analysiert werden. Für eine Vergleichbarkeit mit aktuellen Wissenskonzepten müssen spezielle Werkzeuge entwickelt werden. 

Auf diese Weise gewährleistet die wissenschaftliche Methodik weitgehende Fehlerfreiheit, Transparenz und einen dokumentierten Fortschritt in Forschung und Erkenntnisvermittlung.

In diesem Abschnitt über Wissenschaftlichkeit wird genauer beschrieben, anhand welcher Kriterien in den konkreten Arbeitsschritten vorgegangen werden soll.

Je mehr Kolleginnen und Kollegen diese Prinzipien in der Praxis und in Publikationen einhalten umso mehr kann eine breite Wissensbasis für systematische Forschung und Lehre zur Homöopathie geschaffen werden.

Wissenschaft | Ethik in der Medizin

Das medizinethische Fundament basiert seit den 1980er-Jahren auf vier zentralen Prinzipien: Respekt der Autonomie, Vermeiden von Schaden, Patientenwohl als oberstes Gebot und die Gleichbehandlung gleicher Fälle. 

In der ambulanten Praxis manifestieren sich diese Prinzipien in drei eng miteinander verknüpften Kategorien: dem Umgang mit Kranken, der therapeutischen Seriosität und der kollegialen Haltung. Diese Prinzipien gelten übergreifend in allen Berufsgruppen des Gesundheitswesens. 

Der Umgang mit Kranken umfasst zwölf Leitgedanken, welche die Selbst-bestimmung, transparente Kommunikation, empathische Unterstützung und Fehleroffenheit betonen. 

Therapeutische Seriosität verlangt gewissenhafte Diagnostik, kontinuierliche Fortbildung, transparente Aufklärung und Respekt vor Patientenent-scheidungen. 

Die kollegiale Haltung fördert persönliche Kompetenzen, ehrliche und klare Kommunikation sowie konstruktiven Umgang mit Konflikten und Meinungs-verschiedenheiten. 

Ethik in der Medizin ist ein dynamischer, reflektierter Prozess, der auf einer menschenzentrierten Perspektive basiert und kontinuierlich an neue Her-ausforderungen angepasst wird.

In diesem Abschnitt werden die hervorstechenden Besonderheiten aus der Perspektive der ambulanten Praxis detailliert unter die Lupe genommen.

Homöopathie| Menschenbild

Das Menschenbild in der Praxis

Der Text untersucht im ersten Schritt verschiedene Menschenbilder, die das medizinische Handeln prägen und zeigt deren Chancen und Grenzen auf. Dominant sind in der konventionellen Medizin vier Perspektiven. 

  1. Technisch-mechanistische Vorstellungen, die den Körper als reparaturbedürftige Maschine sehen 
  2. Vorstellungen vom souveränen Patienten als Kunden, analog zu marktwirtschaftlichen Konzepten 
  3. Menschen als isolierte Einzelwesen 
  4. Empfänger einer unbeschränkten, alles machbaren Medizin.

Diese Perspektiven reduzieren Krankheit häufig auf einen Defekt, der repariert werden soll und vernachlässigen geistige, soziale und existentielle Dimensionen des Krankseins und Gesundheit im Allgemeinen. 

Als ethische Alternative wird im zweiten Schritt ein ganzheitliches Menschenbild vorgeschlagen, das den verletzlichen Menschen in seiner Würde und Einzigartigkeit in den Mittelpunkt stellt. Medizin soll nicht nur diagnostizieren und therapieren, sondern mit bedingungsloser Hilfsbereitschaft begleiten und Heilung als komplexen Prozess verstehen, der die Akzeptanz vor dem individuellen Schicksal in die Behandlungssituation einbezieht. 

Im dritten Abschnitt wird die Homöopathie als Beispiel einer medizinischen Praxis dargestellt, die den Patienten umfassend achtet und aus einer holistischen Perspektive handelt. Körper, Geist und Seele werden im Behandlungskonzept von Krankheiten und Störungen als eine untrennbare Einheit betrachtet. 

Die individuelle Selbstbestimmung wird im Prozess der individualisierten Behandlung proaktiv gefördert. Die Würde des Menschen bleibt unabhängig von Gesundheit und Krankheit als höchstes Gut die Maxime des therapeutischen Selbstverständnisses.

Veranstaltungen | Der diagnostische Frühschoppen

Der diagnostische Frühschoppen

Der tägliche Bedarf an klinisch differenzierenden Informationen betrifft eine homöopathische Praxis in besonderer Weise.

Im diagnostischen Frühschoppen sollen alle praktisch relevanten Aspekte vom Untersuchungsgang bis zur Verschreibung, der Verlaufskontrolle und Fallauswertung praktisch nachvollzogen mit den Teilnehmern gemeinsam diskutiert werden.

Der diagnostische Frühschoppen ist ein eigenes Projekt der CHS und richtet sich an homöopathische Praktiker aller Berufsgruppen. Es werden regelmäßige Veranstaltungen zu allen praxisrelevanten Themen stattfinden.

Homöopathie | Homöopathische Praxis

Fieber - klinische Phänomenologie

Die Abhandlung kondensiert das praktisch relevante Wissen auf Basis der Primärliteratur. Das Besondere ist, dass der Schwerpunkt auf die klinisch relevante Symptomatik gelegt wurde. Dies ist für die phänomenologische Arbeitsweise einer homöopathischen Allgemeinpraxis die beste und sinnvollste Form der Aufarbeitung und in dieser thematischen Dichte und ihrem Umfang bisher einzigartig.

Ein solcher Anspruch ist gelungen, wenn das Material effektiv helfen kann, im Praxisalltag die passenden und klugen Entscheidungen zu treffen.

Homöopathie | Homöopathische Arzneiforschung

Hahnemanns potenzierte Arzneistoffe

Der Beitrag analysiert die Kontroversen um Samuel Hahnemanns Potenzierungsverfahren zur Herstellung homöopathischer Arzneistoffe anhand kritischer Beiträge seines Schülers G.H.G. Jahr aus dem 19. Jahrhundert.

Trotz heftiger Ablehnung der Präparate durch zeitgenössische „naturwissenschaftliche“ Gegner unterstreicht die wissenschaftliche Analyse Jahrs die sorgfältigen empirischen Beobachtungen zur Wirksamkeit der Hochpotenzen. Jahr trennt konsequent empirische Evidenz von spekulativen Deutungen und plädiert für offene Forschung.

Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse aus Kolloidchemie und Nanomedizin liefern neue, plausible Modelle. Der Text betont dabei die Bedeutung einer methodisch strikten, aber erkenntnisoffenen Wissenschaftlichkeit, die Wirkungserfahrungen unabhängig von Erklärungsmodellen und Theorien anerkennt.

Collage aus Bildern von C. Hering in seinem Arbeitszimmer, Hering lesend, der Buschmeisterschlange vor Palmen, Constantin Hering als älterer Herr und 3 Buchrücken seiner Materia Medica (Guiding Symptoms)
Stiftung | Mitwirken

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Impressum
Constantin Hering Stiftung für homöopathische Medizin | Schießplatzstr. 38a | 90469 Nürnberg | Deutschland newsletter@constantin-hering-stiftung.com | www.constantin-hering-stiftung.com
Geschäftsführer: Patricia Conrad | Treuhandstiftung in Trägerschaft der Hamburger Stiftungstreuhand e.V. (im folgenden Constantin Hering Stiftung), Vereinsvorstand Dr. Jörg Verstl und Carsten Müller
Eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Hamburg unter: 23988

Vertreten durch den Vorstand der Stiftung: Patricia Conrad | Dr. med. Heinz Gärber | Tjado Galic
Kontakt: c/o Kanzlei ASG Asche Stein Glockemann Verstl Wiezoreck | Am Sandtorkai 76 | 20457 Hamburg
+49 40 41 34 41 – 0 | kanzlei[at]aschestein.de 

Verantwortliche für journalistisch-redaktionelle Inhalte gem. § 55 II RstV der Vorstand der Stiftung:
Patricia Conrad | Dr. med. Heinz Gärber | Tjado Galic


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