Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Als Leiterin des Apothekenprojekts der Constantin Hering Stiftung für homöo-pathische Medizin® freue ich mich besonders, Ihnen mit diesem Newsletter unser Heft 1 "Ethanol in homöopathischen Arzneimitteln" als erste Veröffentlichung einer geplanten Schriftenreihe zur homöopathischen Pharmazie vorstellen zu dürfen.
Die Arbeit im Apothekenprojekt ist für mich eng mit einem persönlichen Anliegen verbunden. Als pharmazeutisch-technische Assistentin und Heilpraktikerin bewege ich mich in zwei Bereichen, die für mich untrennbar zusammengehören: Homöopathie und Pharmazie. Aus mehr als 30 Jahren pharmazeutischer Berufserfahrung und nahezu zehn Jahren homöopathischer Praxistätigkeit ist ein Herzenswunsch gewachsen – zwischen beiden eine fachlich fundierte und tragfähige Brücke zu bauen.
Ziel des Apothekenprojekts ist es, homöopathische Arzneimittel nicht nur aus therapeutischer, sondern ebenso aus pharmazeutischer Sicht zu betrachten. Dazu gehören die systematische Ermittlung und Auswertung des tatsächlichen Bedarfs, die Qualitätssicherung, eine fachlich fundierte Beratung sowie die langfristige Sicherung und bedarfsgerechte Weiterentwicklung des verfügbaren Arzneimittelbestands.
Ein Thema, das uns in diesem Zusammenhang immer wieder begegnet, ist der Ethanolgehalt homöopathischer Arzneimittel. Welche Funktion erfüllt Ethanol bei ihrer Herstellung? Wie viel Alkohol wird mit einer einzelnen Dosis tatsächlich aufgenommen? Und wie ist diese Menge, insbesondere bei Kindern oder während der Schwangerschaft, fachgerecht einzuordnen?
In der öffentlichen Diskussion werden die Ethanol-Konzentration eines Arzneimittels und die mit einer Einzeldosis tatsächlich aufgenommene Menge nicht eindeutig voneinander unterschieden. Gerade diese Unterscheidung ist jedoch für eine sachgerechte Beurteilung das entscheidende Kriterium.
In dieser Abhandlung wird deshalb pharmazeutisches Wissen mit konkretem Praxisbezug verbunden. Dafür werden die Eigenschaften und pharmazeutischen Funktionen des Ethanols erläutert, seine Bedeutung bei der Herstellung und Anwendung homöopathischer Arzneimittel beschrieben und die tatsächlich aufgenommenen Mengen anhand nachvollziehbarer Berechnungsbeispiele definiert.
Damit steht dieser erste Teil beispielhaft für ein wesentliches Anliegen unseres Apothekenprojekts und der Constantin Hering Stiftung: vorhandenes Wissen zusammenzuführen, offene Fragen differenziert zu betrachten und fachlich fundierte Grundlagen für die tägliche Praxis bereitzustellen.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und hoffe, mit dieser Arbeit wertvolle Informationen und hilfreiche Argumente für die Beratung und therapeutische Arbeit an die Hand zu geben. Über Ihre Rückmeldungen und den fachlichen Austausch freuen wir uns sehr.
Das gilt übrigens auch für den Film über die Herstellung von Causticum, der ein Novum der pharmazeutischen Arbeit für die Homöopathie darstellt.
Darüber hinaus finden sich weitere wertvolle Beiträge zu bedeutenden Themen im aktuellen Newsletter, die sich über ein eingehendes Studium freuen.
Herzliche Grüße
Martina Schäfer | HP, PTA, Fachbeirätin |